Ursula Heukenkamp. "Die fremde Form." Sinn und Form, 35 (May/June 1983) 3: 625-632. [On ELLB, CUAS, and DFF.] 625. [On Schl”tel.] "Das tiefere Problem des Stckes [compared with the superficial problem of how to go about improving and rationalizing work productivity] ist aber die Spaltung der Arbeiter wie der Leiter in einen privaten und einen arbeitenden Menschen. Zwischen beiden vermittelt allein das Geld. Schl”tel, ein `Mann von drauáen', k„mpft gegen diese Spaltung, will die andern zu ganzen Menschen machen und scheitert dabei. Ihm wird wie Brauns `Tinka' die Groáe des Anliegens best„tigt. Anders als Tinka ist er aber in seiner Unbedingtheit zugleich ein Exempel der Einseitigkeit. Schl”tel ist kein gespaltener Mensch; er hat den privaten in sich ausgemerzt. Diese Amputation berlebt er nicht, er begeht Selbstmord: ein umgekehrter Werther!" [I don't exactly see that Schl”tel has such an aim in mind, to make the people whole, non-alienated. His behavior seems much more trivial and foolish than that, though always logical. Otherwise the description of him is accurate.] 627. [Defense of Lasalle.] "Alle Figuren, wie sie auch ber Lassalle denken und reden m”gen, h„ngen mit ihrem Interesse an ihm. Sie bilden die brgerliche Welt, die im Stck keiner berschreitet. Der immer verz”gerte Aufbruch Vahlteichs charakterisiert das sehr sch”n." [The point of the Lassalle play is its pointlessness -- this gives free rein to the trivialities the emerge in the action.] "Der Witz besteht in der Bedeutungslosigkeit des Ganzen, mit dessen Einzelheiten gespielten werden kann." 628. [Theatrical allusions in in the Lassalle play.] Gr„fin Hatzfeld talks about Lassalle like Leonore Sanvitale about tasso in Goethe's play; Lassalle resembles Bchner's Robespierre, but at the end resembles Danton in his speech about his tiredness; the reaction to Sonja's refusal of marriage is reminiscent of Onegin's exit from the Provinzsalon to seek a duel that will cure his ennui; the scene where Lassalle worries about the picture of him Vahlteich has refers ina distorted fashion to the relations between Wallenstein and Max in Schiller's play; and the division of the inheritance, which brings to light the lack of regard the survivors really had for the deceased, is a frequent theme in 19th cent. literature. (This is a close paraphrase/translation.) "[Der Text] zeigt vielmehr, wie auswegslos die Situation in einer Welt ist, der die šberzeugungen abhanden gekommen sind. Sache des Dialogs ist es, darzustellen, wie die Verkmmerung unaufhaltsam fortschreitet und die F„higkeit zu menschlichen Beziehungen aller Art abstirbt. Vielleicht kann der eine oder andere noch ausbrechen. Aber insgesamt ist das kein Zustand, der in einer Aussicht aufgehoben werden soll. Insofern ist das Stck das Gegenteil von einem historischen Drama." "Auch die Experimente mit den historischen Stilen in der Prosa fallen unterschiedlich aus. Nicht immer setzt sich die `Idee' gegen die fast durchweg mit Eleganz verwendete Form durch." [Not a particularly useful complaint; Heukenkamp seems to want clear, simple analogies.] 629. The name "Hubert K." is supposed to be richly allusive and suggestive -- to/of what? "[Hubert K.] verliert all sozialen Kontakte und bleibt, von seiner Frau verlassen, einsam. Sein Recht ist ein formaler Gewinn imVergleich mit dem Preis. Das Problem der Gerechtigkeit wird durch ihm nicht tangiert." 630. [Seiffert a transparent mask for Hein. I agree, reluctantly.] "Der Autor hat Seiferts Briefe mit willkrlicher Orthographie und einer stilisierten Ausdruckweise versehen, um so eine -- fiktive -- Authentizit„t darzustellen. Zu einem historischen Portr„t wird der Text dadurch nicht. Und es entsteht auch keine Studie von sozialpsychologischem Interesse. Denn Hein respektiert den Schreiber Seifert nur gerade so lange, wie er ihn braucht, um die fr Humboldt unsichtbaren Netze rings um ihn zu zeigen. Meistens hat Seifert aber Ansichten und Einsichten zu referieren, die im Widerspruch zu der subalternen Position stehen, auf der der Autor ihn doch haben will. Die Erfindung des Schreibers und seiner Briefe ist durchsichtiges Spiel. Trotz Sibirjaken und Zobelfellen fhrt der Autor und nicht, wie er uns weis machen will, ein konservativer Mann von kleinbrgerlicher Schl„ue in dieser satirischen Erz„hlung die Feder. Das formale Experiment einer Vermischung des Historischen mit einer Sprache, die sich aus zeitgen”ssischem Bewuátsein speist, ger„t hier zu einer Chinoiserie." The Berliner Stadtsansichten are a recapitulation of the earlier history of GDR literature, rather than something entirely new. Anna Seghers is particularly detectable -- cf. her stories from the fifties, which in turn are reworkings of Kleist. There is a difference, though: "Nur ist die Sicht auf die Schwachen, die Umlernenden [sic] und die Versagenden bei Hein eine ganz andere. Die Umst„nde, denen seine Figuren ausgesetzt sind, k”nnen von ihnen weder entwirrt oder auch nur begriffen werden." 631. [About DFF.] Claudia's outward conditions of life are described as "perfect"! [What about the cheesy apartment and the smelly Mllschlucker? The circumstances are not so one-sidedly pleasant; only Claudia besch”nigt alle diese Sachen.] [Claudia grouped with Lassalle and Racine.] "Diese Verkmmerung ihrer sozialen Beziehungen zugleich mit der Weigerung, irgendwelche Ansprche an sich selbst zu stellen, haben Racine und Lassalle mit derHauptfigur dieser stofflich so verschiedenen Geschichte gemeinsam. Sie sind durch ihren erzwungenen oder freiwilligen Verzicht auf alle seelischen Anstrengungen, auf das Wagnis groáer Gefhle und auf die Lust, sich zu behaupten, gezeichten. Die Ich-Erz„hlerin in `Der fremde Freund' hat derartigen Verzicht auf Pers”nlichtkeit sogar zur Maxime ihres Lebens gemacht. Sie ist nicht wie die beiden anderen Figuren kurz vor der Verzweiflung, sondern zeigt sich ausdrcklich einverstanden mit jener Warnung, die sie als unvermiedliche Folge von Lebenserfahrung ansieht." 632. Recent authors to be compared to Hein: Peter Handke's Erz„hlungen, and the recent prose of Martin Walser.