"Waldbruder Lenz." (In ™ffentlich arbeiten, pp. 70-96; notes keyed to Ah Q book, pp. 136-160.) 136. Funny joke about reading between the lines. 136-137. [On Sklavensprache:] "Die Bibel verfiel dem zwanzigsten Jahrhundert und wird nicht anders angesehen als jeder moderne Text: Man liest nicht, sondern kommentiert. Man bekmmert sich nicht um die gedruckten Mitteilungen, sondern sucht zwischen den Zeilen. Und dort steht in der Tat alles; alles jedenfalls, was man zu finden wnscht. Die Sprache, so grunds„tzlich als Maskerade verd„chtigt, kann Sinn und Bedeutung nicht an den Mann bringen, wenn dieser nicht bereit ist, sie berhaupt wahrzunehmen und sich statt dessen um die Leerzeilen bemht und in ihnen auffindet, was immer er zu wnschen sucht. Skalvensprache ist der Terminus, der diesen [137] Vorgang bennenen soll: Angewiesen auf Verst„ndigung und die Sprache der Herrschenden, kommunizieren die Beherrschten mit den Worten eben dieser Sprache, denen sie jedoch eine andere, nur ihnen vertraute Bedeutung beilegen." [After Quoting Humpty Dumpty on the meanings of words:] "Es ist, sehen wir, eine Frage von Herrschaft, nicht von Poesie. Der Terminus Sklavensprache geh”rt zum politischen Vokabular: Er benennt den sozialen Stand des Sprechenden als den eines Ohnm„chtigen, Unterdrckten, Versklavten. Er verweist auf einen Code, mit dessen Hilfe sich gleichartig Entrechtete verst„ndigen und zu dessen Entschlsselungen die gleichartige soziale Erfahrung Vorbedingung ist. "Dadurch ist die Sklavensprache aber auch eine -- unausgesprochene -- šbereinkunft mit den Herrschenden, ein Abkommen der unterdrckten Sprachm„chtigen mit den M„chtigen. Die tats„chlichen Zw„nge werden durch ein Benennen, das in den Grenzen des Unausgesprochenen bleibt, verzaubert, besch”nigt, scheinbar aufgehoben: Slavensprache als ntzliches Ventil fr Herrschaft ber Sklaven." [All of this a pretty searing denunziation of of both post- modern reading strategies and artistic accommodations to power.] 140. [Sklavensprache vs. ™ffentlichkeit:] "Anders Poesie [from the retreat of a family into itself in times of repression] ™ffentlichkeit ist nicht allein ihr Adressat, sie ist ihre Vorbedingung. Die fehlende ™ffentlichkeit trocknet die Poesie zum Stammbuchblatt aus, degradiert die poetische Metapher zur Sklavensprache." 146. [The advantages of multiple German states -- each with their respective repressions of artists -- for art; i.e., you can always leave. Clear commentary on the present:] ". . .Schiller ist nicht der letze, der deutscher Natur und n”rdlichem Klima (dichter Wald, Nacht und Nebel) und nationaler Unmndigkeit (berall eine nahe Grenze) Gesundheit und Leben verdankt. Die deutsche Kleinstaaterei -- eine Vorbedingung fr nationale Klassik?"